2017, Rennbericht
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Rennen 1 ADAC TCR Germany 2017 – Oschersleben/D

Das Warten hatte nun endlich ein Ende: vergangenes Wochenende fanden die ersten beiden Rennen der ADAC TCR Germany 2017 in Oschersleben/D statt. Ich bin in meiner „Karriere“ schon etliche Rennen gefahren, doch so nervös wie auf dieses Wochenende hin war ich selten …

Mehr als 40 Teilnehmer aus 13 Nationen mit seriennahen Tourenwagen sechs verschiedener Hersteller haben sich in diesem Jahr eingeschrieben und machen die ADAC TCR Germany zur weltweit teilnehmerstärksten Serie nach dem erfolgreichen TCR-Reglement. Am ersten Rennen in Oschersleben waren 42 Fahrer am Start, darunter zwei Frauen (eine 24-jährige Polin und ich).

Am Freitag fanden zwei freie Trainings statt. Da die Wetterverhältnisse total anders waren als vor 2 Wochen an den Testtagen (Höhere Asphalt-Temperatur, Sonnenschein usw.), passte das Setup von meinem Rennfahrzeug nicht mehr, weshalb ich nicht mehr an meine Rundenzeit von den Testtagen herankam. Das Team änderte dann auf das zweite Training am Nachmittag das gesamte Setup und ich merkte tatsächlich einen enormen Unterschied: das Auto wurde viel lebendiger auf der Hinterachse, was auch gewünscht war. Es war aber für meinen Fahrstiel „too much lebendig“…  Beim Anbrems-punkt nach der Start/Zielgeraden (5. Gang/Vollgas) rutschte mir das Heck brutal weg. Ich konnte nur noch das Auto auffangen, voll bremsen und hoffen, dass ich nicht in die Reifenstapel fliege! Zum Glück gelang mir dies – ausser einem zünftigen Schrecken und zwei enormen Bremsplatten ist nichts Gröberes passiert – mir fehlte dann allerdings für den Rest des Trainings ein wenig das Vertrauen ins Rennfahrzeug.

Nach dieser Test-Session wurden einige Änderungen wieder rückgängig gemacht, sodass mein Auto nun für’s Qualifying passen sollte.

Am Samstag Vormittag fand dann das Qualy statt. Leider wurde in meiner schnellsten Runde das Zeitfahren mit der roten Flagge aufgrund eines Audis, welcher im Kies stand, unterbrochen. Das war sehr, sehr ärgerlich! Kurze Zeit später dann nochmals das gleiche Prozedere; ich fuhr wieder eine schnelle Runde und in dieser Runde wurde durch einen Crash von vier Autos erneut unterbrochen und infolge notwendiger Bergungsarbeiten anschliessend sogar ganz abgebrochen. Mit meiner Rundenzeit belegte ich daher nur Rang 34 von insgesamt 42 Fahrzeugen.

Am Samstag Nachmittag stand dann kurz vor drei Uhr das erste Rennen an. Ich war extrem nervös… Von meiner Startposition aus konnte ich gerade noch knapp die Startampel sehen – ein so grosses Starterfeld ist einfach gewaltig!

Nachdem die roten Ampeln ausgingen, hatte ich einen guten Start und wir alle schafften es nach der Start-/Zielgeraden die erste extrem enge Kurve ohne Crash zu passieren – Chapaeu Kollegen! Dies hätte wohl keiner von dieser wilden Meute gedacht.

Während dem Rennen konnte ich mich nach vorne arbeiten und einige Konkurrenten und auch meine einzige Konkurrentin überholen. Durch die drei Safety-Car Phasen wurde das ganze Feld immer wieder zusammengeschoben. Als sich vor mir ein Golf drehte, konnte ich gerade noch ausweichen und hörte es innerlich bereits scheppern – in der Onboard Aufnahme ist sogar mein kleiner Aufschrei zu hören 😛 – doch zum Glück erwischte er mich nicht und ich konnte mein Rennen weiterfahren.

In der letzten Runde überholte ich einen weiteren Golf, war innen in der Kurve, als ich von ihm so gerammt wurde, dass es mich fast drehte. Ich hielt aber stand und konnte meine Pace halten. So fuhr ich auf Rang 22 in’s Ziel – knapp an den Punkten vorbei aber für mich ein hammer Ergebnis!

Am Sonntag Nachmittag war ich nicht mehr so nervös wie am Samstag. Das 2. Rennen wollte ich unter den Top 20 beenden, bis zu diesem Rang gibt es Punkte für die Meisterschaft. Leider musste ich auch in dieses Rennen von P34 aus starten, da das Samstags-Qualifying jeweils für beide Rennen massgebend ist.

Ich hatte dieses Mal einen schlechteren Start und bereits in den ersten Runden des Rennens „crashten“ zwei Fahrzeuge direkt vor mir ineinander, sodass ich nur noch in‘s Kiesbett ausweichen konnte,  durchs Kies driftete und mit ca. 4 Rängen Verlust das Rennen wieder fortsetzen konnte. Weiter ging’s!

Ich arbeitete mich diese Ränge wieder nach vorne und blieb dann an der Polin hängen. Die Dame sperrte bereits in der Mitte des Rennens so unfair – ich hatte keine Chance zu überholen. Anhand meiner Stossstange ist zu sehen, wie oft ich ihr in den A**** gefahren bin…

Kurz vor Schluss dann noch „aller schlechten Dinge sind 3“: ein Audi, der nach einem Ausritt in die Wiese wieder auf die Strecke zurückfuhr und genau neben mir „landete“, drehte mich in Zeitlupe mit einem Schubser in die Seite und schob mich vor sich her, bis wir dann kurz still standen – wieder minus 3 Ränge!! Oh ich war EXTREM wütend!

Einen Konkurrenten konnte ich in der letzten Runde noch überholen und beendete das Rennen auf Rang 30. Frustrierend, denn ich fuhr die gleichen Rundenzeiten (die Einbremsung der Polin auch berücksichtigt) wie die Konkurrenz 10 Ränge vor mir. Fazit: Der Speed hätte gepasst, leider funkte in diesem Rennen das Pech ab und zu rein!

Doch: Aufstehen, Krone richten und weiter geht’s! Am Redbull Ring vom 09. – 11. Juni 2017 wird wieder angegriffen!

JASMIN

PS: Ganz, ganz lieben Dank an meine Mechaniker und das ganze Team von Lubner Motorsport sowie an das ganze Team von Kissling Motorsport!

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